Die Fastnachtsbegeisterung haben sie im Blut

In die aktuelle Faschingskampagne kommt endlich wieder närrische Routine: Malsch darf seit Ausbruch der Pandemie erstmals wieder mit einer Prunksitzung und dem beliebten Faschingsumzug aufwarten. Zudem hat die KaGe Blau-Rot Malsch mit dem Prinzenpaar Theresa I. und Bernd II. neue Repräsentanten, nachdem das Vorgängerduo Prinzessin Nadine I. und Prinz Julian I. drei Jahre in Amt und Würden war – ein Novum in der Geschichte des Vereins.

 

Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die heiße Phase der Malscher Fastnacht, die jetzt in Sichtweite rückt. Mit dem Auftritt beim ausverkauften Ball der Prinzessinnen in Bad Dürkheim stand bereits eine beeindruckende Veranstaltung auf dem umfangreichen Terminplan der beiden Hoheiten. „Ein absolutes Highlight“, so Theresa Muck.

 

Die 1995 geborene Gesundheits- und Krankenpflegerin hatte schon als Kind engen Kontakt mit der fünften Jahreszeit. In Begleitung der Oma reihte sie sich bei der Frauengemeinschaft zum Umzug ein. „Ziel jedes Gardemädchens ist es, Prinzessin zu werden“, bringt Thersa I. ihre Freude zum Ausdruck. Einen früheren Anlauf hatte sie bereits gewagt, als sie sich bemühte, Teil des Prinzenpaares im Kindergarten zu werden. Ohne den gewünschten Erfolg - der sich nun aber eingestellt hat. Gefragt nach einem besonderen Augenmerk ihrer Regentschaft nennt sie die Einbeziehung älterer Menschen. Von besonderer Bedeutung für Theresa I. ist deshalb der Seniorenfasching im Pfarrheim und der Besuch im „Malscher Hof“. Mit dieser Personengruppe hat Theresa Muck als Leiterin einer Seniorenresidenz in Bad Camberg in der Nähe von Frankfurt auch beruflichen Kontakt. Die Verwurzelung in ihrer Heimatgemeinde lässt sie regelmäßig nach Malsch pendeln, wo sie in den kommenden Wochen viel mit Bernd II. unterwegs sein wird.

 

Im außernärrischen Alltag ist Bernd Richter Vater eines Kindes und lebt mit seiner Partnerin in Malsch. Seine Begeisterung gilt darüber hinaus dem Handball und Skifahren, beim Kitesurfen - auf dem von einem Lenkdrachen gezogenen Surfbrett - wagt er sich zudem aufs Wasser. Der 1978 geborene Prinz hat bei der Bundeswehr Betriebswirtschafslehre und Sportwissenschaften studiert und arbeitet jetzt bei einem Autozulieferer. Bernd II. berichtet, dass sich die Fastnachtsbegeisterung seiner Mutter früh auf ihn übertragen hat. Ebenfalls seit Kindertagen mit dem Faschingsumzug auf Tuchfühlung, wurde er Gründungsmitglied der Faschingsgruppe „Klabuschdabärlin“ und ist in den Reihen der „Schickeria“ zu finden. An Fasching fasziniert ihn die Atmosphäre, wenn Gemeinschaft entsteht und Ideen, die dann Umsetzung finden in Kostümen, Darbietungen und Motivwagen – und das Tuscheln darüber und Geheimhalten. „Fasching ist wie Klassentreffen“, sagt er, wenn Weggefährten von außerhalb wieder nach Malsch finden. Gefragt nach den wichtigen Dingen im Leben nennt Bernd II. an erster Stelle Familie und Freunde - ein verbindendes Element zu seiner Prinzessin. Beide betonen, dass sie mit ihrem Heimatdorf sehr verbunden und gemeinsame Freundeskreise ebenfalls im Fasching aktiv sind. Viele Begegnungen wird das blaublütige Paar weiterhin haben, beispielsweise bei Kappenabenden und weiteren Einladungen unterschiedlichster Art.

 

Ein steter Begleiter der Kampagnen ist der Jahresorden, der seit 1956 lokalpolitische oder karnevalistische Themen als Motto trägt. In diesem Jahr zielt das Motiv auf Sonnenergie, gespeichert in Mälscher Wein und ist somit eine Anspielung auf einen lokalen Fastnachtsschlager, den in Malsch jeder kennt. Viele dieser Orden werden in den nächsten Tagen und Wochen durch die Hände von Theresa I. und Bernd II. wandern, um an engagierte Personen verliehen zu werden. So auch im Verlauf der Prunksitzung am 28. Januar in der Letzenberghalle. Endlich wieder live und in Farbe und mit Publikum. Auf die Stimmung in der Letzenberghalle sind die Organisatoren deshalb sehr gespannt. Und vor allem auch auf die Besucherzahl beim Umzug am Faschingssonntag, 19. Februar. Dann sind Theresa I. und Bernd II. im wahrsten Sinne des Wortes ganz oben angekommen: auf dem Wagen des Elferrats.

 

(aus der RNZ entnommen, Arno Maier)